Nur 200 Euro sollte die Keramikkrone kosten, freute sich Renate Bücker. Die Hausfrau aus Bielefeld holte sich über das Internet verschiedene Preisauskünfte ein. Sowohl von deutschen Zahnärzten als auch von Zahnkliniken aus Ungarn, Bulgarien und Polen. Das Angebot aus Ungarn war mit € 200 das Billigste. Sie wollte von Zahntourismus.eu wissen, ob dem Angebot zu trauen ist.

„Fragen Sie nach: Ist mit dem Preis die gesamte Versorgung gemeint – inklusive Röntgen und Betäubung?“

empfiehlt Franz Wolf vom Expertenportal Zahntourismus.eu seiner Leserin.

Ganz besonders wichtig: Handelt es sich beim angebotenen Zahnersatz tatsächlich um eine Krone aus Vollkeramik – oder ist sie aus Metallkeramik? Diese wäre mit Keramik nur verblendet. Ihr Kern besteht jedoch aus einer Metalllegierung. Eine Vollkeramikkrone dagegen ist komplett aus einem Keramikblock gefräßt. Sie ist metallfrei und somit frei von Allergie auslösenden Substanzen. Auch bietet die Vollkeramikkrone eine bessere Ästhetik. Sie lässt das Licht leicht durchschimmern – so wie der natürliche Zahn. Da Frau Bücker Ihre Frontzähne versorgen lassen will, ist ihr dieser Aspekt besonders wichtig.

„Das Material und die Inklusivleistungen muss aus dem Angebot hervorgehen. Der Zahnarzt sollte schon transparent machen, was der Patient für sein Geld bekommt“

so Wolf. Immer öfter erhält er Angebote zur Prüfung, die schon fast als Lockangebote zu bezeichnen sind.

„Wenn eine Vollkeramikkrone nur € 200 kosten soll, ist Skepsis angebracht. Als Patient zahlen Sie unterm Strich mehr“

warnt der Experte des Portals für Zahntourismus. Als recht günstigen Preis für eine Vollkeramikkrone inklusive Untersuchung, Diagnose, Betäubung und Röntgen veranschlagt Wolf € 400. Damit spart der Patient im Durschnitt die Hälfte im Vergleich zu einer Behandlung in Deutschland und Österreich. Schweizer sparen sogar noch mehr, da die helvetischen Zahnärzte deutlich teurer sind als ihre deutschen Kollegen.

Deutsche Patienten haben es doppelt gut: Bei vollem Bonus erhalten sie fast € 200 Festzuschuss für die Versorgung eines Zahns, der überkront werden muss. Damit reduziert sich ihr Selbstanteil bei einer Vollkeramikkrone noch einmal um 50%.